Jahresrückblick 2025 und Jahreshauptversammlung in 2026
Ein Jahr voller Einsätze und Herausforderungen
Mit insgesamt 349 Einsätzen war das Jahr 2025 für die Feuerwehr Eckernförde eines der arbeitsintensivsten der vergangenen Jahre. Die Belastung für die Einsatzkräfte nahm spürbar zu – sowohl zeitlich als auch organisatorisch. Im Durchschnitt rückte die Wehr nahezu einmal täglich aus.
Besonders in Erinnerung blieben der Brand eines landwirtschaftlichen Gebäudes in Barkelsby, der die Kameradinnen und Kameraden über 12 Stunden forderte, sowie der Brand in der Speicherpassage in der Eckernförder Innenstadt im September. Beide Einsätze machten deutlich, wie wichtig fundierte Ausbildung und geübte Abläufe sind, um auch außergewöhnliche Einsatzlagen sicher und professionell zu bewältigen. Gleich zu Beginn des neuen Jahres 2026 folgte die nächste Herausforderung mit der Havarie zweier Schiffe im Eckernförder Hafen während eines Sturms.
Die Mitglieder der Feuerwehr leisteten 2025 insgesamt über 6100 Dienststunden – ein Wert, der die stetig steigende Beanspruchung deutlich macht. Trotz hoher Belastung blieb der Teamgeist erhalten, getragen von gegenseitiger Unterstützung und dem gemeinsamen Ziel, für die Sicherheit der Stadt einzustehen.
Vorbeugender Brandschutz und Brandschutzerziehung
Neben den Einsätzen haben Brandschutzprävention und Aufklärung im Jahr 2025 stark an Bedeutung gewonnen. Noch nie zuvor war die Nachfrage nach Informationsangeboten und Brandschutzerziehungsmaßnahmen so hoch wie im vergangenen Jahr.
Die Feuerwehr führte 36 Veranstaltungen durch, doppelt so viele wie im Vorjahr, und erreichte dabei 852 Teilnehmende – ebenfalls ein neuer Höchstwert. Damit leistete die Wehr einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung in der Bevölkerung. Besonders gefragt waren Unterrichtseinheiten in Kitas und Schulen, Schulungen in Seniorenheimen sowie Informationsveranstaltungen für Unternehmen.
Stadtwehrführer Meint Behrmann betonte in seinem Bericht, dass die Feuerwehr zunehmend Aufgaben übernehme, die ursprünglich in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Dazu gehören etwa Gefahrenbeurteilungen, Bauanfragen und Sicherheitskonzepte. Behrmann selbst investierte allein 2025 über 350 dokumentierte Stunden in diesen Bereich – zusätzlich zu rund 18 Wochenstunden für Verwaltungsarbeit.
Die Themenvielfalt der Aufklärungsarbeit wuchs ebenfalls: Neben klassischen Brandschutzthemen lag der Fokus verstärkt auf E-Mobilität, Lithium-Ionen-Akkus und Sicherheitsaspekten bei Photovoltaikanlagen. Die Feuerwehr bewertet diesen Bereich inzwischen als einen Kernauftrag, der unmittelbare Wirkung zeigt – jede erfolgreich geschulte Person bedeutet potenziell einen Einsatz weniger.
Ausrücke- und Eintreffzeiten: Strukturveränderungen notwendig
Die Analyse der Ausrücke- und Eintreffzeiten zeigte erneut, dass strukturelle Veränderungen dringend erforderlich sind. Die durchschnittliche Eintreffzeit lag 2025 bei 10,83 Minuten – leicht verbessert, aber weiterhin über der gesetzlichen Hilfsfrist.
Ein wesentlicher Grund hierfür ist die erschwerte Erreichbarkeit der Hauptwache durch bauliche Verdichtung, Baustellen und Verkehrsprobleme. Viele Einsatzkräfte erreichen die Wache im Alarmfall nur mit Verzögerung, da sie quer durch die Stadt fahren müssen. Auch der Wohnraummangel trägt zu der Situation bei: Junge, gut ausgebildete Feuerwehrleute finden in Eckernförde zunehmend keine bezahlbaren Wohnungen und ziehen ins Umland.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die Stadt Eckernförde im Jahr 2025 ein Grundstück im Stadtteil Eckernförde-Süd in der Straße Horn erworben. Dort entsteht nun der „Feuerwehrstandort Süd“, ein Bauprojekt, das die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans von 2014 abschließt. Der neue Standort soll insbesondere die südlichen Stadtteile schneller erreichen und damit die Einsatzzeiten nachhaltig verbessern.
Die Planungen für den Neubau laufen bereits. 2026 steht die konkrete Ausgestaltung an. Das Konzept orientiert sich am Organisationserlass des Landes Schleswig-Holstein und sieht vor, auch die personelle Verstärkung für den zusätzlichen Standort vorzubereiten. Mit dieser Maßnahme wird die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Eckernförde langfristig gesichert und die Versorgung der Bevölkerung deutlich verbessert.
Fahrzeugbeschaffung: investition in moderne Technik
Parallel zum Standortausbau investierte die Stadt in eine moderne Fahrzeugflotte. Nach rund drei Jahrzehnten Dienstzeit wird die bisherige Drehleiter (DLK 32-1) durch ein neues Hubrettungsfahrzeug der Hersteller Magirus und Mercedes-Benz ersetzt. Mit dieser Investition setzt Eckernförde auf zukunftssichere Technik für effektive Menschenrettung aus großen Höhen.
Im Zuge des Grundstückserwerbs in der Straße Horn wurden zudem mehrere Fahrzeuge in den Feuerwehrbestand übernommen, darunter: ein MercedesBenz G 350 d, der künftig als Kommandowagen (KdoW) eingesetzt wird, ein Mercedes-Benz LKW mit Ladefläche und Kranausleger für logistische Aufgaben, ein Kastenwagen, der als Werkstattwagen für die Gerätewarte zwischen den beiden Standorten eingesetzt wird sowie ein Radlader zur Unterstützung der Gerätewarte bei Räum- und Ladeeinsätzen.
Diese Umrüstung ermöglicht effektivere Abläufe, insbesondere bei Großschadenslagen und logistischen Einsätzen.
Ehrungen und Beförderungen
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche Kameradinnen und Kameraden für ihren langjährigen Dienst geehrt. Besonders hervorgehoben wurden:
10 Jahre Dienstzeit: Robin Geisel, Mattes Kaack, Lina Krutzki, Martin Schlegelmich, Lukas Tylewski
20 Jahre Dienstzeit: Tim Ludvik
Brandschutzehrenzeichen Silber 25 Jahre: Andreas Niebergall
40 Jahre Dienstzeit: Gerd Bolls, Manfred Luth, Sascha Pomp, Mathias Schütte
40 Jahre Dienstzeit und Brandschutzehrenzeichen Gold 40 Jahre: Meint Behrmann, Michael Kaack, Wolfgang Michelsen
50 Jahre Dienstzeit und Brandschutzehrenzeichen Gold 50 Jahre: Michael Ramm, Karl-Heinz Köster
Dienstzeit 70 Jahre: Hermann Sellmer
Damit würdigte die Wehr Engagement und Verlässlichkeit über Jahrzehnte hinweg – ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt und der Gemeinschaft.
Führungswechsel und neue Beauftragung
Bei der Mitgliederversammlung am 1. Dezember 2025 wurde Oberlöschmeister Sascha Pomp zum neuen Zugführer des 1. Einsatzzuges gewählt. Er folgt damit auf Brandmeister Michael Kaack, der nach 12 Jahren in dieser Funktion nicht erneut kandidierte. Mit der Wahl übernahm Sascha Pomp zugleich die Beauftragung für das Atemschutzwesen der Feuerwehr Eckernförde. Seine Erfahrung als Ausbilder und die hohe Dienstbeteiligung machen ihn zu einer wertvollen Stütze der Wehrführung. Für seine Verdienste und die neue Aufgabe wurde er zum Brandmeister befördert. Die Feuerwehr bedankt sich bei Michael Kaack für 12 Jahre engagierte Führungsarbeit und wünscht Sascha Pomp viel Erfolg für seine neue Aufgabe.
Ehrenkreuz in Silber für Michael Kaack
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Schleswig-Holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Silber an Brandmeister Michael Kaack. Kaack trat 1985 in die Feuerwehr Loose ein und ist seit 1997 Mitglied der Wehr Eckernförde. Im selben Jahr begann er seinen Dienst als städtischer Gerätewart – eine Funktion, die er seither mit außergewöhnlicher Fachkenntnis und Hingabe ausübt.
Seit seinem Eintritt in Eckernförde hat Kaack maßgeblich an der technischen Ausstattung und Weiterentwicklung der Feuerwehr mitgewirkt. Über 50 Lehrgänge und 34 fahrzeugtechnische Einweisungen, zahlreiche Einsätze und die Leitung als Zugführer des 1. Einsatzzuges belegen seine umfassende Erfahrung. Er trug entscheidend zur Modernisierung des Atemschutzwesens bei, bildete Maschinisten aus und leitete unzählige Ausrüstungs- sowie Fahrzeugprojekte.
Sein Wirken prägte die Feuerwehr Eckernförde über Jahre hinweg – fachlich ebenso wie menschlich. Für diese außergewöhnliche Lebensleistung sprach die Feuerwehrführung ihm im Namen aller Kameradinnen und Kameraden ihren besonderen Dank aus.
Blick nach vorn
Mit neuen Projekten, moderner Technik und großem Engagement geht die Feuerwehr Eckernförde optimistisch in die kommenden Jahre. Trotz steigender Anforderungen bleibt sie ein verlässlicher Garant für Sicherheit in der Stadt.
Wehrführer Meint Behrmann hob in seinem Abschlusswort hervor, dass der Erfolg der Wehr vor allem auf dem Zusammenhalt beruhe. Steigende Arbeitslast, veränderte Einsatzlagen und organisatorische Aufgaben könnten nur gemeinsam bewältigt werden – mit Herz, Disziplin und Kameradschaft.
Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde blickt auf ein Jahr zurück, das geprägt war von Einsatzbereitschaft, Prävention und Fortschritt – und zeigt einmal mehr:
Sicherheit entsteht durch Engagement – Tag für Tag, für Eckernförde.
Fotos: Britta Bünger; SHZ & Feuerwehr Eckernförde