Dienstplan 2024

Alarmübung 2011Alarmübung 2011

Das Szenario war durchaus dramatisch: Feuer im Kellergeschoss, viel Rauch, überschlagende Flammen ins Obergeschoss und vier verletzte Heimbewohner. Die Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Eckernförde, Gammelby und Barkelsby mit vier präparierten Verletzten von der Feuerwehr Gettorf hielt die 135 Bewohner des imland-Seniorenhauses (38 Altenheim- und 113 Pflegeplätze) am Dienstagabend in der Schleswiger Straße und die acht anwesenden Beschäftigten in Atem. Niemand wusste Bescheid, bis auf Verwaltungsleiter Gerhard Jeß und Wehrführer Meint Behrmann, alle anderen musste lange von einem Ernstfall ausgehen. 

Die Zusammenarbeit zwischen den drei Wehren und den insgesamt 56 Feuerwehrleuten habe "einwandfrei" geklappt, stellte Behrmann nach der Übung zufrieden fest. Die Aufteilung habe gut funktioniert, Eckernförde sei für die Brandbekämpfung, Suche und Rettung der Verletzten zuständig gewesen, Gammelby und Barkelsby unter der Leitung der Wehrführer Andreas Flügge und Jens Nommels für die Evakuierung der 20 Bewohner der Pflegeabteilung im Erdgeschoss. 

Einziges Problem: Der Funk funktionierte nicht. "Das funktechnische Problem lag vermutlich daran, dass das Seniorenhaus in der Senke liegt", sagte Meint Behrmann. Kurzentschlossen griff der Wehrführer auf die "klassischen Melder" zurück - Feuerwehrmänner, die für die Nachrichtenübermittlung im Sprint zwischen Einsatzleitung und Zugführer verantwortlich sind. Den schweißtreibenden Job hatte sich übrigens auch der Wehrführer selbst verordnet. Da so ein Problem auch im Ernstfall nie auszuschließen ist, dürfte selbst diese technische Panne für die Einsatzschulung hilfreich gewesen sein.

Als die vom Seniorenhaus angeregte Alarmübung nach einer Stunde um 18.30 Uhr beendet war, durfte auch Seniorenhaus-Chef Gerhard Jeß ein zufriedenes Fazit ziehen. Seine Mitarbeiter hätten die Lage im Griff gehabt und sich nach den Vorgaben der internen Brandbekämpfungsschulung verhalten. Die Mitarbeiter hätten schnell und entschlossen gehandelt und die evakuierten Bewohner vor dem Gebäude mit Decken versorgt und beruhigend auf sie eingewirkt. Regelmäßige Schulungen seien wichtig, im Intranet könnten die wichtigsten Maßnahmen nachgelesen werden. Wegen der Brandgefahr generell verboten sei in allen drei imland-Seniorenhäusern (Eckernförde, Nortorf, Jevenstedt) das Anzünden von Kerzen, gerade jetzt im bevorstehenden Advent. Das Seniorenhaus ist über eine Telefonleitung direkt mit der Leitstelle verbunden, so dass jede Rauchentwicklung automatisch zur Alarmierung der Feuerwehr führt. Jetzt wird nachgerüstet: Künftig werden alle 120 Zimmer mit Rauchmeldern ausgerüstet sein, im gesamten Haus befinden sich dann 200 Stück.

Die Bewohner haben die ganze Aufregung übrigens "ganz locker und entspannt" genommen, lobte Wehrführer Behrmann die Senioren.

Bericht: SHZ

Zurück