Alle Feuerwehr- und THW-Kräfte im Einsatz:
Eckernförde versank am Donnerstag im Starkregen
Von Uwe Rehbehn

In der Bürgermeister-Heldmannstraße 5 war nicht nur der Hof voll Wasser gelaufen, sondern ebenfalls der Keller mitsamt mehrerer Gästezimmer. Die Brandschützer pumpten das Wasser ab, doch es blieb ein erheblicher Schaden.
Eckernförde. Eine Vorwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatte es nicht gegeben, dennoch braute sich im Raum Eckernförde am Donnerstagabend ein Gewitter zusammen und gegen 22.30 Uhr fing es dann plötzlich an wie aus Eimern zu schütten: Platzregen, Wolkenbruch, Starkregen – einer wahren Sintflut gleich. Mit einem Gewitter im Hintergrund.
In der Innenstadt sowie im Stadtteil Borby standen Straßen und Keller binnen kurzer Zeit weitestgehend unter Wasser. Rettungskräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks sowie die Polizei wurden von der Rettungsleitzentrale in Kiel gegen 23.00 Uhr alarmiert. Schwerpunkte waren in der Innenstadt der Diestelkamp, der Ochsenkopf und die Frau-Klara-Straße, im Stadtteil Borby die Riesebyer- und Bürgermeister Heldmann-Straße (zwei Wohnungen voll Wasser gelaufen), die Klaus-Groth-Straße sowie die Gothaer Straße. Hier waren zum Teil erhebliche Schäden zu verzeichnen. Darüber hinaus musste – wie eigentlich immer bei Starkregen – der Kakabellenweg von der Polizei komplett gesperrt werden. Ebenso tief - aber nicht gesperrt - war die Noorstraße im Bereich der Eisenbahnbrücke. Das wurde dem Brandschützer Daniel Weih zum Verhängnis: Der Motor seines Volvo mochte die Wassermengen nicht und streikte an der tiefsten Stelle. Weih ließ seinen Wagen stehen und watete im knietiefen Wasser zur nahe gelegenen Feuerwache, um seinen Dienst aufzunehmen. Kuriosum: Mehrere risikofreudige Autofahrer hatten sich offenbar den Spaß gemacht, mit Karacho durch Überschwemmungen zu rasen. Die dabei abgerissenen Auto-Kennzeichen können nun bei der Polizei in der Gerichtsstraße abgeholt werden. Die Einsätze von Feuerwehr und THW mit insgesamt 50 Männern und Frauen sowie 15 Einsatzfahrzeugen dauerten nach Angaben der Einsatzleiter Kai Runge, Jürgen Untiedt und Christian Köhn (THW) bis 3.30 Uhr. Doch am frühen Freitagmorgen meldeten Bürger im Vogelsang sowie in der Willy-Brandt-Straße bei der Feuerwehr:“Keller unter Wasser!“ Sie hatten den Schaden erst später entdeckt. Im Laufe des Tages kamen dann noch vier weitere voll glaufene Keller hinzu. Laut Polizei gab es während des Wolkenbruchs beziehungsweise auch danach keinerlei Verletzte. Der Schaden hielt nach ersten Einschätzungen sich insgesamt in Grenzen.

Von der Zentrale der Feuerwache in der Noorstraße wurden die verschiedenen Einsätze gesteuert. Besonders im Blick hatten Kai Runge, Hauke Ohland und Christian Dibbern (v.l.) den Borbyer Bereich und die Frau-Klara-Straße.

Das THW Eckernförde war mit zwei kompletten Gruppen im Einsatz, um voll gelaufene Keller leerzupumpen. Hier wird in der Riesebyer Straße die eigene Stromversorgung ausgeladen.
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